#meditation - Achtsame Körperhaltungen aus dem Yoga (MBSR)
01.01.2026 - Blogartikel
Stichworte: Achtsamkeit, Meditation, MBSR
kurz & knapp
Die Achtsamen Körperhaltungen aus dem Yoga ist eine der formalen Achtsamkeitsübung des MBSR-Kurses und fokussiert hauptsächlich auf die Wahrnehmung des Körpers, seiner einzelnen Empfindungen sowie seiner Grenzen und Möglichkeiten. Dazu werden eine Reihe von Körperhaltungen und -bewegungen, welche überwiegend dem Hatha-Yoga entliehen sind, langsam und bewusst durchgeführt. Der Fokus bleibt dabei, ganz ähnlich wie bei anderen Achtsamkeitsübungen oder Meditationen, ganz im gegenwärtigen Moment und bei den körperlichen Empfindungen.
Die Art der Übungen variieren zwischen statischen Körperhaltungen und (leicht) dynamischen Bewegungen. Eine leichte und statische Übung ist dabei beispielsweise die Streckung des Körpers im Liegen, eine etwas anspruchsvollere dagegen die Haltung des »Baumes« (Vrikshasana), bei der das Körpergewicht auf ein Bein verlagert wird.
»Yoga ist Meditation«
Jon Kabat Zinn
Ziele des klassischen Yoga?
Seit Ende des vergangenen Jahrhunderts etablierten sich die Körperübungen des Yoga mehr und mehr in der westlichen Welt und wurden zunehmend populärer (Saper et al., 2004). In der ursprünglichen Weisheitslehre des Yoga dienten die körperbezogenen Übungen zu allererst jedoch dazu, die physischen Voraussetzungen des Körpers zu schaffen, um spirituelles Wachstum zu unterstützen beziehungsweise zu erleichtern. Jedoch können die Wirkungen der Yogaübungen bereits allein als ein positiver (Neben-) Effekt auf die Gesundheit beschrieben werden (Goyeche, 1979).
Die moderne Yogapraxis umfasst körperbezogene Übungen, in den bekanntesten Yogatraditionen werden Körperhaltungen in einem fließenden Übergang miteinander verbunden, die die physische und mentale Gesundheit, das Wohlbefinden, die innere Harmonie oder Ausgeglichenheit unterstützen sollen. Darüber hinaus sind jedoch auch transzendente Ziele, wie die Verbindung zur »universellen Existenz« und zum »universellen Kosmos« zu finden (Aurobindo, 1999).
Wo genau ist der Unterschied zwischen dem »normalem« Yoga und den Achtsamen Körperhaltungen aus dem Yoga im MBSR-Kurs?
Die meisten Übungen des Yoga bestehen aus einer Reihe von recht klar umschriebenen Körperhaltungen oder auch -formen (Asanas), welche, je nach Ausrichtung und Interpretation, unterschiedlich lang gehalten und durch fließende Übergänge (Vinyāsa) von einer Haltung zur anderen miteinander verbunden werden. Zentral ist hierbei weiterhin die Begleitung der Körperhaltungen und -bewegungen durch den natürlichen Rhythmus des Atems (Pranayama). Häufig werden bestimmte Übungsreihenfolgen, wie beispielsweise der »Sonnengruß« (Surya Namaskar), in einer bestimmten Geschwindigkeit nacheinander durchgeführt.
Die Achtsamen Körperhaltungen des MBSR unterscheiden sich durch zwei wesentliche Aspekte zu den Übungsabfolgen im Yoga. Zum einen werden die Achtsamen Körperhaltungen im MBSR voneinander abgegrenzter durchgeführt und zum anderen liegt ein stärkerer Fokus auf das achtsame Spüren der körperlichen Empfindungen während und nach den einzelnen Körperhaltungen sowie auf das Wahrnehmen von körperlichen Grenzen. Sicherlich werden diese Bestandteile ebenso im klassischen Yoga berücksichtigt und geübt, jedoch nicht mit dieser Intensität und zeitlichen Ausdehnung berücksichtigt.
»Jedes Tun, dem man sich mit Achtsamkeit widmet, wird in gewisser Weise zur Mediation. Achtsamkeit erhöht enorm die Wahrscheinlichkeit, dass jede Handlung, die man ausführt, die Selbstwahrnehmung und das Selbstverständnis erweitert.«
Jon Kabat Zinn
Achtsame Körperhaltungen aus dem Yoga und die anderen Achtsamkeitsübungen im Vergleich
Die Achtsamen Körperhaltungen aus dem Yoga ist die einzige der drei großen Achtsamkeitsübungen im MBSR, die zu körperlicher Aktivität einlädt. Während beim Body-Scan und der Sitzmeditation die Aufmerksamkeit, bei gleichzeitig körperlicher Passivität, auf einzelne Empfindungen und Wahrnehmungen gelenkt wird, kommen bei den Achtsamen Körperhaltungen noch weitere Aspekte der Aufmerksamkeitslenkung hinzu. Die physische Koordination sowie die damit zusammenhängenden subjektiven und objektiven Grenzen des Körpers und des Geistes sollen aktiv wahrgenommen und beachtet werden.