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#mindful_man - Die drei wesentlichen Eigenschaften
26.06.2022 - André Jarendt - www.jarendt.de/blog-mindful-man-die-drei-wesentlichen-eigenschaften
Die drei wesentlichen Eigenschaften
Klarheit, Gelassenheit & Stärke

Gelassenheit
Die wohl mächtigste, aber auch schwierigste und viel zu häufig unterschätzte Eigenschaft ist die der Gelassenheit! Sie öffnet die Türen zur inneren Stärke, will jedoch beständig geübt werden. Sind wir gelassen, dann öffnet sich die Möglichkeit, auch schwierigen Situationen ruhig und (selbst-) sicher zu begegnen.
Was verstehe ich unter Gelassenheit?
Gelassenheit ist ein innerer Zustand mit einer Mischung aus Ruhe und Zuversicht und sollte nicht mit oberflächlichen Verhalten wie der »Coolness« verwechselt werden - Gelassenheit geht tiefer. Sie ist eher eine Form von »in sich ruhen« mit einem sicheren Wissen, dass »alles gut wird« oder »sich die Umstände fügen werden, so, wie man es sich erhofft«.
Gelassenheit kann in seiner starken Form dann mit dem sprichwörtlichen »Fels in der Brandung« verglichen werden, der den Gezeiten und Wetterbedingungen trotz. Doch trotzt die Gelassenheit nicht aus Gleichgültigkeit oder Dumpfheit, im Gegenteil, ihr Fundament steht auf der Verbindung zu sich selbst und der daraus entstandenen Klarheit. Gelassenheit bedeutet Präsenz und Teilhabe an den Momenten des Lebens.
Warum ist Gelassenheit so mächtig und wesentlich?
Gelassenheit ist der Schlüssel zur Freiheit und zum Freiraum. Freiheit seinen eigenen Weg gehen zu können, seinen eigenen Werten und Zielen zu folgen, anstatt, das zu tun, was andere oder die Gesellschaft von einem erwarten. Freiraum zu haben, um in jedem Moment, auch und besonders in schwierigen Situationen, inne halten zu können, den Abstand zu destruktiven Gefühlen, Stimmungen oder Gedanken zu erhöhen und sich den Moment nehmen zu können, um in den Situationen des Alltags in sich hinein zu hören, welche Antwort oder Reaktion nun wirklich die eigene und unabhängige ist.
Diese
innere Freiheit und dieser
innere
Freiraum führen
zur
großen
Unabhängigkeit.
Unabhängig
im Geiste,
unabhängig in der Meinung
anderer
Menschen,
unabhängig
von
eigenen
und fremden wechselnden Gefühlen
und
Stimmungen,
unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen,
unabhängig in Werten und
Zielen. Punktum:
unabhängig von den
äußeren
Umständen und Gegebenheiten
frei
und glücklich
sein zu
können!
Wie werde ich gelassener?
Obwohl die Klarheit das Fundament unseres Dreiklangs darstellt, ist die Gelassenheit nicht weniger wesentlich. Im Gegenteil, sie wird häufig unterschätzt mit einem »auch mit viel Tatendrang, Aktionismus und Unruhe kann etwas Gutes am Ende bei raus kommen«. Gelassenheit bildet eine mächtige Handlungsgrundlage und -spielraum, denn wer gelassen ist, muss nicht reagieren, handeln, antworten, etc., sondern ist verbunden mit sich selbst, ohne dabei »Spielball« der Umwelt zu sein.
Und hier genau liegt der Grund, warum die Klarheit vor der Gelassenheit steht. Klarheit erreichen wir durch die Verbindung von Ratio (Verstand), Geist und Körper, und diese tiefe Klarheit strahlt dann Zuversicht und Vertrauen in uns aus. All diese bilden die Grundlage und Voraussetzung für tiefe innere Gelassenheit.
Klarheit und Gelassenheit werden durch meditative Übungen gleichermaßen »trainiert« und »gestärkt«. Sozusagen eine Meditation - doppelter Effekt!
Wer sein Leben ändern will, muss seinen Alltag ändern!
Wer seinen Alltag ändert, ändert sein Leben!
Welchen Herausforderungen bestehen auf dem Weg zur Gelassenheit?
Unser Gehirn ist verdammt effektiv darin Abkürzungen und Schlupfwinkel zu finden, um Anstrengungen zu umgehen. Deshalb wirkt der Gedanke »eine Meditation - doppelter Effekt« auch besonders attraktiv für uns. Doch trotzdem fragt das Gehirn ganz gerne noch nach weiteren Abkürzungen. So nach dem Motto: »Okay, okay, warum jeden Tag zwanzig Minuten meditieren, das geht doch bestimmt noch einfacher?! Ein Tipp: Lass Dich (was die Meditation angeht!) nicht auf Ausreden oder Abkürzungen ein. Gelassenheit ist ein Gefühl, welches sich, wenn Du es regelmäßig durch Meditation übst, beständig breiter macht - und kein einzelner Gedanke!
Außerdem fällt es den meisten Menschen schwer, sich im oft so voll gepackten Alltag Zeit für sich zu nehmen. Allein zwanzig Minuten sind für viele Menschen schon eine Herausforderung und manchmal sogar mit einem schlechten Gewissen gegenüber sich selbst und anderen verbunden. Unsere Fähigkeit und Kompetenz, uns um uns selbst zu kümmern, uns Zeit für uns selbst einzuräumen, einzugestehen und auch dafür einzutreten, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Und diese Kompetenz ist erlernbar und kann durch Regelmäßigkeit ausgebaut werden!
Zu guter Letzt gibt es (leider) noch einen weiteren Grund. Unser Alltag ist in der Regel vollgepackt mit Terminen, Vorhaben, Verpflichtungen, Verbindlichkeiten und Aufgaben, um das Leben, welches wir führen, aufrecht halten zu können. Unser gesellschaftlicher Zeitgeist ist geprägt von Aktivität, Leistung und Konsum. Da bleibt nicht viel Raum für eine Zeit, die lediglich daraus besteht, zu sitzen und dabei zu sich selbst zu kommen. Die gute Nachricht aber ist: Gegen diese genannten Gründe gibt es viele und noch bessere es zu tun. Klarheit, Gelassenheit und Stärke sind ja nur ein Teil der positiven Effekte. In unzähligen wissenschaftlichen Untersuchungen wurden Effekte wie eine verbesserte Immunabwehr und Regeneration, Senkung des Blutdrucks, Reduzierung von Schlafstörungen, Ängsten und Depressionen, um hier nur eine Auswahl zu nennen, mehrfach nachgewiesen. Letztendlich bleibt es natürlich eine persönliche Entscheidung - jeden Tag!
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